Die Geschichte unseres Hauses ist untrennbar mit dem Leben und Wirken der legendären Frau Emma verbunden, die unserem Hotel nicht nur ihren Namen verlieh, sondern als Tourismuspionierin des Alpenraums in die Geschichte einging.
Emmerentia Hellenstainer, geborene Hausbacher aus St. Johann in Tirol, genannt Frau Emma (1817-1904) machte als charismatische Gastgeberin und exzellente Köchin den „Schwarzen Adler”, wie unser Haus damals hieß, weit über die Grenzen des Landes bekannt und verzauberte mit ihrem Charme Gäste aus aller Welt. Deutsche, Engländer, Italiener - sie alle kamen nach Niederdorf - aufgrund der schönen Landschaft, aber vor allem wegen Frau Emma und ihrer gewinnenden Art.
1899 verlieh ihr Kaiser Franz Josef das goldene Verdienstkreuz.
Im Elternhaus
1817 wurde Emmerentia in Sankt Johann im Unterinntale (Tirol) als Tochter eines Kaufmannes und Marschkommissärs sowie einer Gastwirtin geboren.
Emmas Kindheit und Erziehung
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In der Familie Hausbacher war es Tradition, dass die Töchter schon recht früh die Kinderschuhe ausziehen und sich in der Wirtschaft (Gasthof) beschäftigen mussten. Klein Emma wurde Kellnerin. Sie war voller Aufmerksamkeit und Hingabe für ihre Gäste. Zur Vollendung ihrer Erziehung kam Emma zu den Ursulinen nach Innsbruck. Sie lernte dort die italienische Sprache und die Kunstfertigkeiten im Stricken, Nähen und Häkeln. Anschließend dann auch etwas vom Wichtigsten: die Kochkunst in Salzburg bei den „Drei Alliierten“. Endlich war ihre Erziehung vollendet und Emma machte sich fortan für ihre vorzügliche Küche einen ausgezeichneten Namen, weit über die Grenzen hinaus. |
Emma übernimmt das Brauhaus in Toblach
Die Brüder des alten Postmeisters, die Junggesellen Thomas und Seppl, waren Besitzer des Wirtshauses am Hauptplatz in Niederdorf gewesen vor uralter Zeit Jagdhaus der Grafen Görz, später „Troyersche“ Wirtsbehausung. Nun hieß es „Zum Schwarzadler“. Thomas, Taufpate des Josef, hatte vor dem Tode im Einverständnis mit dem Bruder den ganzen Besitz mit Feld und Wald testamentarisch dem Neffen Josef überschrieben. Mittlerweile traf es sich, dass der Witwe Hausbacher für eine uneinbringliche Schuld das Bräuhaus an der Rienz bei Toblach zufiel. So blieb nichts übrig, als die jetzt Zwanzigjährige mit der schweren Aufgabe zu betrauen, einem Hauswesen mit Knechten, Mägden und beträchtlichem Viehstand vorzustehen und eine Brauerei mit ausgedehnter Kundschaft zu leiten.
Emma ehelicht Josef Hellenstainer
Die bildhübsche Unterinntalerin verdreht alsbald der männlichen Jugend von Toblach und Niederdorf den Kopf. Jedoch hatte ihr die Mutter eingeschärft: „Lachen darfst nie!“ Emma hielt sich daran und hatte für die jungen und alten Hofmacher nur die einer Wirtin ihren Gästen gegenüber zustehende kalte Höflichkeit. Es war nur einer, dem sie zulächelte, des Postmeisters von Niederdorf zweiter Sohn Josef Hellenstainer. Und seit ihr derselbe eines Tages aus Heiden (Ampezzo) ein paar schöne Ohrgehänge mitgebracht hatte und selbst huldvoll angenommen wurden, war Emma seine erklärte Herzenskönigin. Er stammte aus hoch angesehener Familie, war ein schöner Mann von Herz gewinnender Freundlichkeit, ein tüchtiger Landwirt und der beste Pferdekenner weit und breit.
Rivalität
Die zwei führenden Familien in Niederdorf waren die „Hellenstainerischen und die Postmeisterischen“, wenn schon letztere den gleichen Namen führten. Josefs ältester Bruder hatte sich seine Gattin aus Innichen vom berühmten Gasthof „Tagger“ geholt, eine Kopfsguter und reiche Partie. Die resolute Dame hatte ihrem Franz, ohne dass er es merkte, gar bald die Zügel aus der Hand genommen. Auch war sie mit dem seltenen Geschick begabt, das große Hauswesen spielend zu führen und nebenbei auch acht Kinder großzuziehen. Zwischen den zwei Wirtinnen bestand immer ein Wettstreit, wer die Seide besser spann, wer im Sommer mehr Fremde und im Winter mehr Bauernhochzeiten hatte.
Gäste von weither
Einmal brachte der Stellwagen von Brixen eine englische Familie. Das Familienoberhaupt derselben stellte noch vor dem Aussteigen die Frage: „Gibt es bei euch Sauerkraut?“ Verwundert bejahte die herbeieilende Wirtin Emma jene sonderbare Frage. „Gut“, sagte Mr. Colquhoun, „dann bleiben wir hier.“ Mr. Colquhoun war ein seltsamer, aber liebenswürdiger Mann. Am 3. Oktober reisten sie wieder ab mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen und im Freundeskreis Propaganda für Frau Emma zu machen. Von da an war sie auch über dem Meere bekannt
Endlich Ruhe
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Frau Emma im Winter in Meran, im Grandhotel Emma, und im Sommer in Niederdorf. Am liebsten aber im Grandhotel Pragser Wildsee. Jetzt konnte sie rasten: sie saß am See, dem dunkelgrünen, mit dem Hintergrund der hohen Felsen und ließ die bewegten Bilder ihres Lebens, der Vergangenheit, an ihrem Geiste vorüberziehen und die Wellen sangen ihr ewiges Lied dazu. Frau Emma Hellenstainer geb. Hausbacher, berühmteste Wirtin in Tirol wurde 1886 von Kaiser Franz Josef für ihr Lebenswerk mit dem goldenen k.u.k. Verdienstkreuz ausgezeichnet. Sie verstarb am 9.März 1904 in Meran. Ihre Grabstätte befindet sich im Friedhof von Niederdorf, wo sie zur letzten Ruhe gebettet wurde.